Ernährungsschwierigkeiten · Gut oder schlecht?

Zu dick oder zu dünn? Wie aussagekräftig ist der BMI?

Du steigst auf die Waage. 60 kg bei einer Größe von 1,60 m. Du fühlst dich zu dick. Aber bist Du es tatsächlich?

Es gibt verschiedenen Rechenmethoden um dies zu überprüfen, aber eines vorweg: Die anerkannste und am meisten verwendetste Methode (der BMI) ist eine der schlechtesten.

Der BMI – Überholter Goldstandard

Der Body-Mass-Index (BMI) ist ein beliebter Indikator der uns anzeigen soll, ob wir zu viel oder zu wenig wiegen. Ihn zu errechnen, ist relativ einfach:
Formel: Körpergewicht (in Kilogramm) durch die Körpergröße (in Metern) zum Quadrat.

Ein Wert zwischen 18,5 und 25 gilt als Normalgewicht; alles darüber als Übergewicht, darunter als Untergewicht.
Unsere Beispiel-Person hat also laut diesem Rechner Normalgewicht: 60 kg : (1,6 m)2 = 23,4.
Doch ist das wirklich so eindeutig? – Nein! Einiges spricht dagegen:

  1. Muskeln oder Fett?

    Besonders für Männer die Kraftsport treiben kann die BMI-Formel nicht stimmen: Auf dem Papier gelten sie als übergewichtig, doch in Wahrheit macht ein Großteil ihrer Pfunde Muskelmasse aus und sie sind alles andere als zu dick.

  2. Groß oder klein?

    Großen Menschen gaukelt der BMI vor zu dick zu sein, während kleinere Menschen schlanker erscheinen, als sie sind. Der Mathematiker Nick Trefethen hat deshalb eine präzisere BMI-Formel entwickelt:
    Gewicht in Kilogramm x 1,3 geteilt durch Größe in Meter hoch 2,5
    Kleine Menschen rutschen nun in eine höhere BMI-Klasse, große Menschen hingegen in eine geringere. Hier kannst du die neue Formel testen: KLICK 

  3. Alt oder jung?

    Der normale BMI-Bereich soll den Gewichtsbereich festlegen, der in Bevölkerungsstudien mit der höchsten Lebenserwartung einhergeht. Allerdings kann beobachtet werden, dass leicht übergewichtige Senioren bei diversen Krankheiten eine höhere Überlebenschance haben, als die mit einem BMI im „Normalbereich“. Dieser Wert ist nur für Menschen bis zu einem Alter von 24 Jahren erstrebenswert. Ab 65 Jahren sollte der „ideale“ BMI zwischen 24 und 29 Kilogramm pro Quadratmeter liegen.

  4. Birne oder Apfel?

    Ob die Pölsterchen am Bauch sitzen wie beim „Apfel-Typ“ oder an Oberschenkeln, Po und Hüfte wie beim „Birnen-Typ“ macht einen großen Unterschied auf die Gesundheit (und das Aussehen). Denn es ist vor allem das viszerale Bauchfett, das Entzündungsreaktionen und Ablagerungen in den Arterien hervorruft und damit die typischen Zivilsationserkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs und Alzheimer begünstigt.


Die besseren Alternativen zum BMI

Waist-to-Hip Ratio (WHR)

Beim Waist-to-Hip Ratio (WHR) werden der Umfang der Taille (Bauchumfang) und der Umfang der Hüfte gemessen und in ein Verhältnis gesetzt.
Formel: Taillienumfang (cm) geteilt durch Hüftumfang (cm)

Angestrebt werden sollte eine birnenähnliche Körperform: Diese wird erreicht, wenn das Ergebnis bei Männern kleiner oder gleich 1,0 und bei Frauen kleiner oder gleich 0,85 ist. Mit höhere Werten entspricht man dem „Apfeltyp“, was auf zu viel Bauchfett hinweist und dadurch ein erhöhtes Risiko für oben genannte Zivilsationserkrankungen mit sich bringt.

Waist-to-Height Ratio (WHtR)

Noch besser als die Waist-to-Hip Ratio (WHR) ist die Waist-to-Height Ratio (WHtR). Diese Formel vergleicht den Bauchumfang mit der Körpergröße.
Formel: Taillienumfang (cm) geteilt durch Körpergröße (cm)

Als „Ideal“ gilt ein Wert von 0,4 bis 0,5 für Erwachsene bis 40 Jahren; bei Älteren sogar bis zu 0,6.

Warum ist die WHtR noch besser? – Die eigene Körpergröße ist den meisten Menschen bekannt und im Erwachsenalter konstant; man braucht also nur den Bauchumfang zu messen.
Zudem ist es schwieriger Umfangsmessungen genau durchzuführen – der WHtR verzichtet auf die Messung der Hüfte und schließt dadurch eine Fehlerquelle aus.
Dass die Körpergröße in dieser Formel berücksichtigt sehe ich persönlich als den größten Pluspunkt: Schließlich kann man doch nicht so kleine Menschen wie mich – ich bin bloß 1,52 m groß🙊 – mit einem 2,13 Meter hohen Dirk Nowitzki vergleichen.😋
Auch wissenschaftliche Studien bestätigen den Vorteil des WHtR gegenüber anderen Messmethoden. Mit dem Ergebnis lässt sich am verlässlichsten das Krankheits- und Todesrisiko darstellen.


 

Ich finde es sehr schade, dass der BMI in den Köpfen vieler Leute und der meisten Ärzte immer noch der Maßstab ist der aussagen soll, ob jemand zu dick oder zu dünn ist. Daher ist es mir ein Anliegen die vorgestellten besseren Formeln bekannter zu machen.
Kanntest Du sie denn schon? Und sagt bei Dir der Wert auch was anderes aus als der BMI? – bei mir nämlich schon. Auch die neuere BMI-Formel macht für mich als kleine Person einen entscheidenden Unterschied.

Trotzdem möchte ich Dir abschließend noch eines mitgeben: Mach Dich nicht verrückt mit Deinem Körper. Bist du fit, ernährst Dich gesund und bist so gut wie nie krank? Dann werden Dir auch ein paar mehr Kilo nicht schaden.
Und falls nicht biete ich Dir meine professionelle Unterstützung an, um Dich gesund zu deinem Traumkörper zu führen: KLICK

Quellen:

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s