Ernährungsformen · Makronährstoffe · Mythos oder Wahrheit

Krebs aushungern durch Verzicht auf Kohlenhydrate (ketogene Ernährung)?

Krebs gehört zu einer der häufigsten und heimtükischsten Krankheiten der Welt. Die klassische Schulmedizin kann Patienten mit Chemotherapie und Bestrahlungen in nur wenigen Fällen heilen. Daher suchen die Betroffenen oft nach Möglichkeiten, selbst ihren Gesundheitszustand zu verbessern. Ein Ansatz ist hier die Ernährung. Schließlich gibt es viele Studienergebnisse, die ein antikanzerogenes Potential in bestimmten Lebensmitteln zeigen. Zudem hört man immer häufiger, man könne den Krebs aushungern, indem man auf Kohlenhydrate verzichtet und sich ketogen ernährt. Doch was ist dran an dieser Theorie?

Tumorzellen ticken anders

Der Stoffwechsel vieler Krebszellen unterscheidet sich deutlich von den Zellen des gesunden Körpers: Sie beziehen den Großteil ihrer Energie aus Zucker ohne Sauerstoff und sind damit abhängig von einer hohen Glukoseversorgung. Bei der Vergärung von Zucker entsteht Milchsäure, welche das benachbarte Gewebe übersäuert, zerstört und den Tumorzellen den Weg öffnet dort Metastasen zu bilden. Fette werden dagegen von Tumorzellen kaum verwertet.

Gesunde Zellen von Krebspatienten ticken auch anders

Die gesunden Zellen von Krebspatienten haben im Gegensatz hierzu häufig eine gestörte Kohlenhydratverwertung (Insulinresistenz). Ihr Stoffwechsel bevorzugt Fett als Energielieferant. 
Daher scheint die Lösung logisch: Mehr Fett, weniger Kohlenhydrate. Und zwar so wenig, dass der Körper gezwungen wird Ketonkörper zu produzieren, welche dem Körper als alternative Energiequelle dienen.

Was sollte ein ketogener Krebspatient essen?

Das bedeutet maximal 50 g Kohlenhydrate. Diese Menge steckt bereits in 2 Äpfeln oder 2 Scheiben Brot.
Man beschränkt sich stattdessen auf Fleisch, Fisch, Eier, fettreiche Milchprodukte, Nüsse, Öle und grünes Gemüse. Veganer haben es also schwer. Es wäre aber möglich. Allerdings sollte eine Ernährungsumstellung unbedingt von einem ausgebildetem Ernährungsberater begleitet werden, da die Gefahr eines Mangels an bestimmten Vitaminen, Mineralstoffen, Gesamtkalorien (und bei der veganen Version auch Aminosäuren) hoch ist.

Das sollte man als (ketogener) Krebspatient meiden

Die „richtigen“ Fette wählen: Viel Omega-3-Fettsäuren, wenig Omega-6-Fettsäuren, um Entzündungsprozesse zu hemmen. Und ganz wichtig: Transfettsäuren vermeiden, da diese die Enstehung zahlreicher Erkrankungen begünstigen.
Jegliche Kohlenhydratquellen vermeiden; auch die „Guten“ wie Vollkornprodukte, Reis, Buchweizen, stärkereiches Gemüse (z. B. Karotten, Rote Bete, Kartoffeln) und Obst.
„Schlechte“ Kohlenhydrate wie Haushaltszucker, Weißmehl und Produkte daraus sollten auch bei nicht ketogenen Patienten die Ausnahme sein.

Weitere (Ernährungs)empfehlungen

  • Möglichst viel Rohkost und schonend erhitzte Speisen (Dämpfen, Dünsten, Kochen statt Braten, Backen und Frittieren), um die Bildung von Transfettsäuren, AGEs und anderen krebserregenden Substanzen zu verhindern.
  • Antikanzerogene sekundäre Pflanzenstoffe aus Gemüse, Nüssen, Ölsamen, Kräutern und Gewürzen:
    Carotinoide, Glucosinolate, Polyphenole, Phytoöostrogene, Phytosterine und Phytinsäure
  • Krebsfördernde Inhaltsstoffe vermeiden: Alkohol, Nitritpökelsalz (in Fleischwaren), Süßstoffe, Mykotoxine (Verschimmeltes), Pestizide
  • Stressreduktion & Lebensfreude: Eine positive Lebenseinstellung kann in vielen Fällen Wunder bewirken. Besonders Krebspatienten sollten darauf achten. Wenn sich ein Patient mit der ketogenen Ernährung unwohl fühlt, sich mit Freunden ein Eis gönnen möchte usw. sollte er auf seine Bedürfnisse hören. Denn Dogmatismus führt zu Stress und das kann die Genesung verhindern.
  • Bewegung: Körperliche Aktivität vermindert die chronische Erschöpfung der Patienten und erhöht die Verträglichkeit der Krebsbehandlung, sowie die Überlebenschancen.

Studienlage zur Wirksamkeit der ketogenen Ernährung bei Krebs

Große klinische Studien zur Wirksamkeit einer ketogenen Diät auf die Heilung von Tumorerkrankungen gibt es momentan noch nicht – bzw. sie laufen derzeit noch.
Allerdings gibt es Einzelbeobachtungen von ketogen lebenden Patienten, dass diese Form der Ernährung das Fortschreiten der Erkrankung aufhält oder zumindest verlangsamt. könnte.
Zudem konnte gezeigt werden, dass die ketogene Ernährung den Nebenwirkungen der Chemotherapie entgegen wirkt (z.B. Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Bauchschmerzen, Übelkeit) und den Gewichtsverlust reduziert – insbesondere den Verlust von Muskelmasse.

Weitere Infos

Wenn Dich die ketogene Ernährung nun neugierig gemacht hat kann ich dir mein Buch „Kampf der Ernährungsformen“ empfehlen. Dort stelle ich Dir die Grundlagen der ketogenen Ernährung vor, zeige dir anhand von Tabellen, zu welchen Lebensmitteln du greifen und welche vermeiden solltest und gehe auf die Vorteile, aber auch die Risiken dieser Ernährung ein. Zudem erhältst du praktische Ernährungspläne für eine optimale Durchführung.

Als studierte Ökotrophologin kann ich Dich oder betroffenen Angehörigen professionell bei der Ernährungsumstellung helfen. Kontaktiere mich einfach.

Deine Alina

 

Quellen:

 

 

 

 

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