Gut oder schlecht?

Fasten- Vorteile und Risiken

Die meisten Menschen sehen im Fasten einen qualvollen Verzicht auf Nahrung; verbunden mit unerträglichen Hunger und Unwohlsein.

Andere wiederum schätzen eine Fastenperiode als wertvolle Zeit um sich und ihren Körper besser kennen zu lernen, zur Ruhe zu kommen oder als Entgiftungs-Kur, um sich von überflüssigen „Schlacken“ zu befreien. Viele glauben auch, dass sie durch Fasten Krankheiten heilen können.

Wie viel Sinn macht Fasten tatsächlich?

Es existieren einige Studien, die zeigen, dass sich Fasten positiv auf diverse chronische und entzündliche Zivilsationserkrankungen auswirken kann. So konnte gezeigt werden, dass eine Fastenperiode von 7-21 Tagen, in der die Studienteilnehmer täglich 200-500 kcal zu sich nahmen, zu einer Verbesserung bei rheumatischen Erkrankungen, Bluthochdruck und dem metabolischen Syndrom führte.

Allerdings sehe ich auch Kritikpunkte in diesen Studien: So ist es eigentlich immer der Fall, dass sich durch eine Gewichtsreduktion genau diese Parameter verbessern. Die Gewichtsabnahme, die durch Fasten erreicht wird, könnte aber auch durch eine moderate Kalorienreduktion, eine gesündere Ernährung und mehr Bewegung erzielt werden.

Abgesehen davon sehe ich dennoch einen anderen großen Vorteil des Fastens:

Fasten löst eine erhöhte Autophagie aus: Das bedeutet, dass sich unsere Zellen besser selbst reinigen und entgiften können. Dadurch können Alterungsprozesse verlangsamt und altersbedingte Erkrankungen (z. B. Demenz und Krebs) verhindert werden. Diese verbesserte Autophagie tritt allerdings auch schon nach kürzeren Essenspausen (ab ca. 14 Stunden) auf. Du musst also nicht Tage oder Wochen auf Nahrung verzichten, sondern es reicht einfach das Frühstück oder das Abendessen ausfallen zu lassen.

Allerdings birgt Fasten; insbesondere längere Fastenperioden (mehr als 1 Tag), auch einige Risiken:

So verliert man während des Fastens nicht nur Fettmasse, sondern auch wertvolle Muskelmasse.
Auch eine kürzere Fastenzeit kann sich negativ auf einen gewünschten Muskelaufbau auswirken, da der Aminosäure-Pool im Körper kontinuierlich abnimmt und dadurch Muskelprotein schlechter aufgebaut werden kann.

Bei einer längeren Fastenperiode schränkt der Körper die Produktion von Verdauungsenzymen ein, was auch noch bei Wiederaufnahme der Nahrung Probleme im Magen-Darm-Trakt bereiten kann.
Manche Menschen bekommen von wenigen, dafür aber sehr großen Mahlzeiten (wie sie beim intermittierenden Fasten üblich sind) Verdauungsprobleme. Ihnen geht es mit mehreren kleinen Portionen über den Tag verteilt besser.

Bei manchen  Krankheitsbildern sollte man auch sehr vorsichtig sein mit einer Fastenkur: Z. B. bei Gicht: Durch den Abbau der Proteinspeicher entstehen Purine welche wiederum den Harnsäurespiegel ansteigen lassen. Zudem bildet der Körper bei einer längeren Unterversorgung mit Glucose Ketonkörper, welche die Ausscheidung der Harnsäure hemmen. Diese Effekte können  zu schweren Gichtanfällen führen.
Auch Patienten mit Diabetes Typ 1, stark Untergewichtigen, Schwangeren, Stillenden und Kindern rate ich von längeren Fastenperioden ab.

Fazit:

Fasten kann bei bestimmten Krankheitsbildern eine sehr heilsame und schnelle Therapie darstellen. Die meisten dieser Erkrankungen könnten allerdings auch durch andere Maßnahmen zur Gewichtsabnahme und eine gesündere Ernährung erzielt werden. Erfolge zeigen sich hier jedoch meist erst später.
Für manche Personengruppen und bei einigen Krankheiten (siehe oben) ist eine Fastenkur weniger gut geeignet.
Intermittierendes Fasten (ca. 14 Std. Essenspausen) lässt sich dagegen viel einfacher regelmäßig in den Alltag integrieren, fördert die Entgiftung und Regeneration der Zellen und lässt uns dadurch länger und gesünder alt werden.

Quellen:

 

 

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