Mythos oder Wahrheit

Trennkost-Sinnvoll oder unnötig?

Geschichte & Theorie der Trennkost-Ernährung

Im Jahre 1907 entwickelte der Arzt Howard Hay das Prinzip der Trennkost. Unterstützung findet seine Theorie auch von sämtlichen Rohkost-Pionieren, wie Harvey und Marilyn Diamond („Fit-for-Life“) oder in modernen Diäten, wie „Schlank im Schlaf“.
Es wird davor gewarnt Eiweiß und Kohlenhydrate zusammen in ein und der selben Mahlzeit zu essen, da unser Körper diese beiden Makronährstoffe nicht gleichzeitig verdauen könne. So sollen sich Pytalin (Enzym,welches im Mund zur Vorverdauung von Stärke produziert wird) und Pepsin (Enzym, welches von unserem Magen zur Aufspaltung von Proteinen ausgeschüttet wird) einander in ihrer Funktion blockieren. Dies soll zu Gärungsprozessen führen und Grund für zahlreiche Erkrankungen und Übergewicht sein.

Was sagt die Wissenschaft dazu?

Um zu überprüfen, ob an der Theorie mit den Enzymen wirklich was dran, schauen wir uns doch mal an, wie die Verdauung der Makronährstoffe in unserem Körper tatsächlich vonstatten geht:

verdauung-der-makronahrstoffe

Du siehst also, dass es stimmt, dass zur Vorverdauung von langkettigen Kohlenhydraten das Enzym Pytalin ausgeschüttet wird und im Magen durch die Magensäure gestoppt wird. Die Magensäure ist allerdings immer vorhanden: Egal ob gleichzeitig Proteine gegessen werden oder nicht.
Zudem wird der Großteil der Kohlenhydrate, als auch der Proteine ohnehin erst im Dünndarm verdaut. Die hierfür benötigten Enzyme blockieren sich NICHT in ihrer Arbeit und werden gleichzeitig von der Bauchspeicheldrüse und der Gallenblase ausgeschüttet.

Vorteile von „Gemischter Kost“

1.Durch das Mischen von bestimmten Nahrungsmittel-Gruppen ergeben sich einige Vorteile was die Ausnutzung einiger Nährstoffe betrifft:

  • Eisenaufnahme verbessert sich durch Vitamin C:
    • Bsp.: Hirse (Eisenquelle) + Orangen (Vitamin C-Quelle)
  • Vitamin A-Aufnahme verbessert sich durch Fettzugabe
    • Bsp.: Süsskartoffeln (Vitamin A-Quelle) + Mandeln (Fettquelle)
  • Biologische Wertigkeit (BW) von Proteinen verbessert sich durch Kombinationen
    • Bsp.: Reis (BW: 70) + Linsen (BW: 40) = BW: 100

2. Ein weiterer Vorteil von Mahlzeiten mit einem Mix verschiedener Makronährstoffe ist der geringere Blutzuckeranstieg, der v. a. durch Kohlenhydrate ausgelöst wird:

Werden z. B. Ofenkartoffeln (KH-Quelle) mit einem Dip aus Quark (Proteinquelle) gegessen, steigt der Blutzuckerspiegel weniger stark an, was Blutzuckerspitzen, Heisshungerattacken und der Entwicklung von Diabetes entgegenwirkt.

Nachteile von „Gemischter Kost“

Auch wenn das Trennkost-Prinzip bezüglich der Enzymtheorie widerlegt werden konnte und sich zudem auch einige Vorteile von gemischten Mahlzeiten zeigen, sehe ich dennoch einen Grund, für das Trennen bestimmter Lebensmittel-Gruppen:

So merke ich selbst, wie sich die Kombi von Lebensmittel mit sehr unterschiedlichen Verdauungszeiten negativ auf mich auswirkt:
Insbesondere Verdauungsprobleme, wie Blähungen oder Bauchschmerzen sind die Folge. Besonders betrifft das die Kombination von Obst (schnelle Verdauungszeit) mit anderen Lebensmitteln; insbesondere mit Vollkorn, Hülsenfrüchten oder Nüssen/Samen (längere Verdauungszeiten). Die Früchte können dadurch nicht einfach schnell „durchrutschen“, wie es der Fall wäre, wenn sie für sich alleine gegessen werden, sondern müssen warten, bis auch die anderen Lebensmittel verdaut worden sind. Da Früchte viele Einfachzucker enthalten, kann es zur Gärung kommen (wie es z. B. auch bei der Wein-Gärung der Fall ist). Dadurch können die oben genannten Probleme entstehen.
Bei Kombinationen von anderen Kohlenhydrat-Quellen (z. B. Getreide, stärkehaltiges Gemüse etc.) sehe ich dagegen weniger ein Problem, da es sich hier um komplexe Kohlenhydrate handelt, die weniger „gärfreudig“ sind. Gutes Beispiel ist hier die Ayurveda-Ernährung: Dort ist seit Jahrhunderten das Gericht „Kichadi“ als besonders heilsam für Magen und Darm bekannt. Es besteht aus Getreide (z. B. Reis) + Hülsenfrüchten (z. B. Linsen); also nach der Trennkost-Theorie eigentlich eine „schlechte Kombination“.

Zuletzt möchte ich erwähnen, dass die meisten Lebensmittel sowohl Eiweiß als auch Kohlenhydrate enthalten (z. B. Gemüse, Getreide etc.) – was die mangelnde Aussagekraft der Trennkost-Theorie nochmal unterstreicht.

Jetzt möchte ich gerne von dir wissen: Hast du die Trennkost schon für dich ausprobiert? Wenn ja, merkst du Veränderungen und was trennst du? Ich freue mich auf deine Erfahrungsberichte!

Liebe Grüße,

Deine Alina 😉

 

Quellen:

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