sekundäre Pflanzenstoffe

Oxalsäure

Auch wenn sie in vielen Listen zu sekundären Pflanzenstoffen nicht auftaucht, handelt es sich bei der Oxalsäure definitionsgemäß um einen sekundären Pflanzenstoff. So dient auch die Oxalsäure der Pflanze um sich vor Fraßfeinden zu schützen.

Vorkommen

Oxalsäure findet sich in fast allen Pflanzen meist in geringer oder moderater Menge. Einige Pflanzen weisen allerdings deutlich höhere Gehalte auf:

Gemüse Mittelwert (in mg/100 g)
Rote Bete 181
Süßkartoffel 425
Spinat 442
Rhabarber 460
Mangold 650
„Trockene“ Lebensmittel Mittelwert (in mg/100 g)
Sojabohnen trocken 148
Cashewkerne 247
Erdnüsse 400
Mandeln 460
Amaranth 1586

 

Was macht die Oxalsäure zum Problem?

Oxalsäure in der Nahrung hemmt die Resorption von Calcium, Eisen und Magnesium. In höheren Konzentrationen kann sie sich sogar so schädlich auswirken, dass es zu Nierensteine/Harnsteine kommt. Insbesondere Personen mit chronischen Darmerkrankungen stellen hier eine Risikogruppe dar. Im schlimmsten Fall ist Oxalsäure sogar tödlich: Belegt ist eine Vergiftung durch Aufnahme von etwa 6–8 g Oxalsäure aus 500 g Sauerampfer in Form einer Suppe.

Methoden um die „Gefahr“ zu mindern:

  • Kochen: Oxalsäure selbst ist zwar hitzeresistent, aber auch wasserlöslich. So geht der Antinährstoff ins Kochwasser über (sollte dann nicht mitverwendet werden). Zu bedenken ist aber, dass bei dieser Methode auch wasserlösliche Vitamine und Mineralstoffe mit ausgeschwemmt werden.
  • Einweichen: Die Wasserlöslichkeit lässt sich auch im Rohkost-Bereich anwenden. Weiche doch einfach deine Nüsse für ein paar Stunden ein und gieße das Wasser ab. Dadurch verringerst du übrigens auch den Gehalt an Phytinsäure.
  • Calcium: Rund 200 mg Oxalsäure binden 100 mg Calcium. Das heißt wir sollten nicht mehr als doppelt so viel Oxalsäure aufnehmen, wie wir Calcium zu uns nehmen.
    Bevorzuge also calciumreiche, oxalsäurearme Lebensmittel, die ein ungünstiges Verhältnis eines oxalsäurereichen Lebensmittels ausgleichen oder greife zu Lebensmitteln, die zwar oxalsäurereich sind aber zugleich calciumreich:
Gute Calcium-Oxalsäure-Bilanz Schlechte Calcium-Oxalsäure-Bilanz
Sojabohne, Mandeln Rote Bete, Süßkartoffel, Spinat, Rhababer, Mangold, Cashewkerne, Erdnüsse, Amaranth

Da bei den meisten oxalsäurereichen Lebensmittel die Bilanz eher negativ ausfällt, würde ich euch raten zu der Mahlzeit oder im Laufe des Tages vermehrt auf calciumreiche, oxalsäurearme  Lebensmittel zu setzen wie z.B. Broccoli, Fenchel, Feigen oder Orangen.

 

Quellen

 

4 Kommentare zu „Oxalsäure

  1. Hallo,
    es klingt erstmal komisch, aber ist es auch möglich Rote Beete oder Süßkartoffeln einzuweichen, um die Oxalsäure etwas auszuschwemmen? Ziel ist es, diese weiterhin roh genießen zu können. Vielen Dank im Voraus 🙂

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    1. Hallo! 😉
      Ich hab zwar keine wissenschaftlichen Belege, ob es klappt die Oxalsäure von Roter Bete und Süßkartoffeln „auszuwaschen“ durch Einweichen, aber eigentlich müsste es funktionieren.
      Allerdings würde ich dir sowieso davon abraten Süßkartoffeln in grösseren Mengen roh zu essen, da sie in unerhitzter Form noch viele weitere Antinährstoffe besitzen, wie Lektine, Blausäure und Protease-Inhibitoren.
      Ich hoffe ich konnte dir mit dieser Antwort helfen.
      LG, Alina

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