sekundäre Pflanzenstoffe

Polyphenole – Pflanzenstoff mit Anti Aging-Potential

Sie werden unter anderem für die gute Gesundheit und Langlebigkeit der Menschen in Frankreich und mediterranen Ländern verantwortlich gemacht. Die traditionelle Kost dieser Völker enthält nämlich viele Lebensmittel, die besonders reich an Polyphenolen sind.

Polyphenole zählen zählen zu den am weitesten verbreiteten sekundären Pflanzenstoffen in der Pflanzenwelt. Sie kommen besonders in den Randschichten vor (Schale von Obst und Gemüse oder Getreidekleie). Geschmacklich erkennt man sie an den typisch herben Geschmack und im Falle der Anthozyane an den roten, blauen und violetten Farben.

Polyphenole sind sehr oxidationsempfindlich; d. h. sie werden bei der Lagerung kontinuierlich abgebaut. Daher sollten frische, unverarbeitete Lebensmittel bevorzugt werden. Interessant ist auch zu wissen, dass der Polyphenolgehalt von Freilandpflanzen wesentlich höher ist als der von Pflanzen aus dem Gewächshaus.

Zudem wird die positive Wirkung vieler Polyphenole, wie die Catechine aus grünem Tee oder das Epicatechin aus Kakao durch Milch- und Sojaproteine drastisch reduziert. Für die Praxis heißt das: Lieber Bitterschokolade als solche aus Vollmilch und den grünen Tee ohne (Soja)milch konsumieren!

Zu der Gruppe der Polyphenole gehören die Phenolsäure und die Flavanoide.

Phenolsäure

Phenolsäuren werden auch als Gerbstoffe bezeichnet und lassen sich wiederum in folgende Untergruppen zusammenfassen:

Kaffeesäure Kaffee, Tee, Trauben
Schale von Kartoffeln oder Karotten
Ferulasäure Randschichten von Getreide (Kleie)
Chlorogensäure Kaffee, Heidelbeeren
Ellagsäure Brombeere, Himbeere, Walnuss

Während die Kaffeesäure und die Ferulasäure ziemlich verbreitet ist, ist die Ellagsäure eher selten und taucht fast nur in den genannten Lebensmitteln in nennenswerter Konzentration auf.

Phenolsäuren sind ziemlich hitzeempfindlich und wirken antikanzerogen, antimikrobiell und antioxidativ.

Allerdings haben die Phenole aus Kaffee, Tee und manchen Getreidesorten auch einen negativen Effekt: Sie können nämlich die Aufnahme von Vitamin B1, Eisen und Zink hemmen.

Flavanoide

Flavanoide kommen noch häufiger vor als die Phenolsäuren. Es gibt eine große Vielfalt unterschiedlicher Flavanoide, aber die bedeutendsten sind die Anthozyane und das Quercetin:

Anthozyane Rotes, blaues, violettes Obst/Gemüse:
z. B. Kirschen, PflaumenRotkohl
Quercetin Besonders in den Randschichten von Äpfel, Quitten, Zwiebel, Grünkohl

Flavanoide sind im Gegensatz zu den Phenolsäuren relativ hitzestabil oder entfalten ihre Wirkung sogar erst nach dem Erhitzungsprozess (lösen sich aus der Zellwand). Das Kochwasser sollte allerdings dann auch mitverwendet werden, da Flavanoide wasserlöslich sind.

Neben Vitamin C und E haben die Flavanoide die wirksamste antioxidative Aktivität!
Zudem wirken sie antimikrobiell und gerinnungshemmend.

 

Quellen:

  • Leitzmann/Watzl (2005): Bioaktive Subtanzen in Lebensmittel
  • Koula-Jenik, Kraft, Miko (2006): Leitfaden Ernährungsmedizin

2 Kommentare zu „Polyphenole – Pflanzenstoff mit Anti Aging-Potential

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s