Rohkost · sekundäre Pflanzenstoffe

Gefahren der Rohkost

Auch wenn ich kürzlich von den vielen Vorteilen der Rohkost-Ernährung berichtet habe (Meine 6 Gründe für Rohkost), sehe ich auch einige „Gefahren“ die diese Ernährungsform mit sich bringt. Diese möchte ich Dir deshalb ebenso nicht vorenthalten:

1.Fette

Wie ich bereits in anderen Blogartikeln (z.B. Speiseöle und Fettsäuren oder Omega-3-Fettsäuren) erwähnt habe, kommt es bei der Bewertung von Fetten in der Ernährung sehr auf die Qualität an; d.h. Fettsäuremuster und Veränderung / Schadstoffe z. B. durch Oxidation. Falls man seinen Fokus bei der Rohkost-Ernährung zu sehr auf Fette setzt (d.h. Nüsse, Samen, Öle etc.) kann es zu folgenden Problemen kommen:

Die meisten pflanzlichen Fettquellen weisen einen Überschuss an Omega-6-FS auf und bieten nur wenig der ebenfalls essentiellen Omega-3-FS. Dadurch wird die Aufnahme der letzteren gehemmt und Entzündungen begünstigt.

Auch wenn eine Oxidation von Fettsäuren begünstigt wird von hohen Temperaturen, welche bei der Rohkost ja vermieden werden, ist diese dennoch möglich. Oxidationsvorgänge entstehen auch durch Licht oder Sauerstoff und im eigenen Körper. V. a. die mehrfach ungesättigten Fettsäuren „PUFA“ (z. B. Sonnenblumenkern(öl), Leinsamen(öl), Walnuss(öl) etc.) sind dafür sehr anfällig. Um diese Fettoxidation zu kompensieren benötigt der Körper ein vielfaches an Vitamin E (pro Gramm PUFA: +0,5 mg Vitamin E). Dies ist oft jedoch schwer zu erreichen. Dieser oxidative Stress kann Alterungsprozesse fördern.

2. Obst

Auch eine reine Früchte-Rohkost kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken:
Ein zuviel an Fruchtzucker überlastet auf Dauer die Leber.
Zudem wird das hier käufliche Obst meist unreif geerntet. Dies kann Verdauungsstörungen verursachen und Zahnprobleme fördern.

Baut man nicht auch gleichzeitig reichlich Gemüse, Sprossen, Samen etc. in die Ernährung mit ein, kann es zu einem Defizit von einigen wichtigen Nährstoffen kommen: Früchte liefern zwar reichlich z. B. Vitamin A und C,  aber vergleichsweise wenig B-Vitamine, Mineralstoffe und Proteine.

3. Energiedefizit

Da rohe Nahrung meist sehr sättigt (v.a. rohes Gemüse), aber gleichzeitig relativ kalorienarm ist, ist es einfach weniger zu essen als man verbraucht und Gewicht zu verlieren. Das mag für den ein oder anderen positiv klingen, aber auf Dauer kann das zu einem gefährlichen Untergewicht führen.

4. Überlastung mit sekundären Pflanzenstoffen

Auch wenn vielen sekundären Pflanzenstoffen, wie Carotinoiden oder Flavanoiden positive Effekte für die Gesundheit zugesprochen werden, gibt es auch einige die sich schädlich auswirken können; v. a. wenn wir zuviel davon essen. Und da die meisten sekundären Pflanzenstoffe hitzeempfindlich sind, ist eine Überlastung mit diesen bei reiner; v.a. einseitiger Rohkost-Ernährung eher möglich.

So sehe ich den übermäßigen Gebrauch von Ölsaaten wie Leinsamen oder Sonnenblumenkernen; wie sie oft in Rohkost-Crackern verwendet werden, ziemlich kritisch: Diese enthalten nämlich ziemlich viel Cadmium, welches sich zum größten Teil in den Nieren ablagert, anreichert und dieses Organ nachhaltig schädigen kann. Das BfR gibt eine maximale tägliche Dosis von ca. 0,4 µg/kg Körpergewicht an. Bei einer 50 kg schweren Person wären das 20 µg Cadmium. Diese Menge ist mit 100 g Ölsaaten aber schon überschritten!

5. Lebensmittel-Vergiftungengerm-158107_640

Das Garen von Lebensmitteln kann uns vor potenziellen Lebensmittel-Vergiftungen schützen. So werden viele Krankheitserreger durch erhitzen abgetötet. Und nein, nicht nur in rohen Eiern und Rohmilch können sich Salmonellen, Listerien oder Shigatoxine befinden:

Diese Bakterienstämme tauchen auf allen Lebensmittel auf, die fäkal kontaminiert wurden. Da Gemüse, Saaten etc. oft mit Tierkot gedüngt werden und es sich auch so in der freien Natur nicht vermeiden lässt, dass hier und da ein Wildtier seinen Bedürfnissen nachgeht, kann auch Rohkost belastet sein. Besonders anfällig sind hier auch Sprossen. Denn wie auch sie lieben die pathogenen Mikroorganismen eine warme, feuchte Umgebung um optimal zu wachsen… 😷

Fazit

Rohkost ist nicht gleich Rohkost: Aus meiner Sicht ist eine erfolgreiche Rohkost schon möglich, aber nur wenn abwechslungsreich gegessen wird, man sich daran gewöhnen kann größere Mengen zu essen und auf gute Hygiene achtet.


Kampf der Ernährungsformen

Wenn du auf Du wissen möchtest, ob die Rohkost-Ernährung für DICH persönlich geeignet ist, Studien über die tatsächliche Gesundheit von Rohköstlern auf den Grund gehen möchtest und neugierig bist, ob es sich bei bestimmten Aussagen von „Gurus“ um Mythen oder Fakten handelt, kann ich dir wärmstens mein Buch „Kampf der Ernährungsformen“ ans 💖 legen!

Liebe Grüße
Deine Alina 😉

 

Quellen

Ein Kommentar zu „Gefahren der Rohkost

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