Gut oder schlecht? · sekundäre Pflanzenstoffe

Kaffee – Gesund oder schädlich?

Ob zum Frühstück, zum Nachmittagskaffee oder als Energiebooster vor dem Sport. Für die Meisten ist ein Leben ohne Kaffee kaum vorstellbar.
Kaffee ist noch vor Bier das beliebteste Getränk der Deutschen. Im Durchschnitt werden 4 Tassen davon täglich konsumiert.

Wie es um den Gesundheitswert von Kaffee steht; darum soll es in diesem Artikel gehen; schließlich gibt es schon lange Kritiker, aber auch Befürworter dieses Heißgetränks.

Kaffee wird vor allem wegen seines munter machenden Effekts getrunken.
Verantwortlich für diese Wirkung ist das enthaltene Koffein, ein Xanthinalkaloid, welches auch in der Kakaobohnen, Teeblättern, Guarana-Beeren und in der Kolanuss, vorkommt.
Eine Tasse Kaffee (150 ml) enthält ca. 50–100 mg Koffein.

Physiologische Wirkungen des Kaffees

Koffein blockiert bestimmte Adenosinrezeptoren im Nervengewebe, einschließlich im Gehirn, was dazu führt, dass Müdigkeit unterdrückt und die mentale und körperliche Leistungsfähigkeit gesteigert wird.

Zudem bewirkt das Koffein eine erhöhte Cortisol und Adrenalin-Ausschüttung; unser Körper wird also „künstlich“ unter Stress gesetzt. Dies führt zu einem höheren Blutdruck und einem schnelleren Herzschlag.

Koffein wirkt zwar harntreibend, ein entwässernde Effekt fällt allerdings kaum ins Gewicht, da die aufgenommene Flüssigkeitsmenge den Wasserverlust nahezu ausgleichen kann.
Kaffeekonsum steigert außerdem die Produktion von Magensäure, was im Übermass genossen aber auch zu Sodbrennen führen kann.

Wie viel Koffein pro Tag ist gesundheitlich noch unbedenklich?

Die anregende Wirkung von Koffein tritt bei den meisten schon ab 85–100 mg Koffein pro Tag ein. 3-4 Tassen Kaffee täglich (= 300–400 mg Koffein) bzw. etwa 6 mg / kg Körpergewicht haben nach heutigem wissenschaftlichem Stand keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit.
Wegen ihres geringeren Körpergewichts sollte v.a. bei Kindern darauf geachtet werden, dass diese nicht zuviel Koffein zu sich nehmen (z.B. Cola, Energy Drinks etc.).

Mögliche Nebenwirkungen bei höheren Koffeindosierungen:

  • Ruhelosigkeit
  • Verlust der Feinmotorik
  • Schlaflosigkeit
  • Zitteranfälle
  • Kurzatmigkeit
  • Reizbarkeit, Nervosität
  • Angstzustände
  • leichte Abhängigkeit mit entsprechend milden Entzugssymptomen wie Kopfschmerz

 

Kaffee und seine Auswirkungen auf bestimmte Krankheiten

1.Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus

Die Datenlage der Auswirkungen des Koffeins aus Kaffee auf Blutfette, Blutdruck, Herzrhythmusstörungen und dem Blutzuckerspiegel sind zum Teil äußerst widersprüchlich. So zeigen manche Studien, dass ein hoher Kaffeekonsum mit einem geringeren Risiko für Herzkrankheiten und Diabetes Typ 2 einhergehen; andere wiederum beweisen genau das Gegenteil.
Es kristallisiert sich allerdings stark heraus, dass die Dosis entscheidend ist:
Gemäßigter Kaffeekonsum (ca. 3 Tassen/Tag) scheinen sich eher positiv auszuwirken, während höhere Mengen negative Effekte auf die genannten Krankheiten haben könnten.
Allerdings bleibt auch unklar, welche Inhaltsstoffe diese Wirkungen auslösen, da Kaffee neben Koffein auch bspw. sekundäre Pflanzenstoffe (Polyphenole) enthält, die sich positiv auf die Herzgesundheit auswirken können.

2. Krebs

In zahlreichen Studien konnte kein Zusammenhang zwischen dem Kaffeekonsum und einem erhöhten Risiko für die Entstehung von Krebs festgestellt werden.

3. Parkinson und Alzheimer

Es gibt Hinweise darauf, dass Kaffeekonsum die Aufrechterhaltung kognitiver Fähigkeiten im Alter unterstützt.
Dieser positiver Effekt kann dadurch erklärt werden, dass das enthaltene Koffein die Produktion des Nervenbotenstoffs Dopamin anregt.

Weitere Inhaltsstoffe von Kaffee und deren Wirkungen

Wie bereits erwähnt enthält Kaffee antioxidativ wirkende Polyphenole in höheren Konzentrationen. Doch neben positiven Effekten dieser sekundären Pflanzenstoffe, haben die Phenolsäuren aus der Kaffeebohne auch die Eigenschaft die Aufnahme essentieller Mineralstoffe wie Calcium, Eisen oder Zink zu hemmen. Daher sollte Kaffee nicht zu einer Mahlzeit getrunken werden, sondern in Abstand von mindestens einer Stunde nach der Nahrungsaufnahme.

Erst durch das Rösten bekommt der Rohkaffee sein typisches Aroma.
Durch schnelle Industrieröstungen bei hoher Temperatur entstehen allerdings mehr Schadstoffe, wie Acrylamid und Furane.
Acrylamid hat sich in Tierversuchen als krebserregend, erbgut- und nervenschädigend. erwiesen, was vermutlich auch für den Menschen gilt.
Auch der flüchtige Aromastoff Furan steht im Verdacht das Krebsrisiko zu erhöhen.
Daher solltest du beim Kauf darauf achten, dass die Kaffeebohnen möglichst schonend geröstet wurden; d.h. langsam und bei niedrigeren Temperaturen. Neben dem geringeren Gehalt an unerwünschten Stoffen enthält dieser Kaffee auch mehr Aroma und weniger magenreizende Chlorogensäure. Natürlich hat so ein Kaffee auch einen höheren Preis.

Fazit:

Wenn du mich fragst, ist die Frage ob Kaffee nun „gut oder schlecht“ ist, wie bei so vielem eine Sache der Dosis.
Für wirklich „gesund“ halte ich Kaffee allerdings nie. Es ist und bleibt eine Droge, die in unser zentrales Nervensystem eingreift; egal ob mit positiven oder negativen Konsequenzen.
Wir sollten uns nicht abhängig machen von künstlichen Stimulanzien, sondern durch eine gesunde Lebensweise (Ernährung, Bewegung, Erholung) dafür sorgen, dass wir immer mit voller Energie durch den Tag gehen können.

Was denkst du darüber? Greifst auch du regelmäßig zu der Tasse Kaffee? Und wenn ja; welchen bevorzugst du? Auf einen Austausch in den Kommentaren würde ich mich freuen!

Liebe Grüße,

Eure Alina 😉

 

Quellen:

 

6 Kommentare zu „Kaffee – Gesund oder schädlich?

  1. Also vor einem Jahr noch habe ich täglich mindestens zwei Tassen getrunken – wenn ich mies drauf war auch mal 4 ganz kurz hintereinander. Entzugserscheinungen kenne ich daher nur zu gut.
    Über Sommer habe ich es mir allerdings abgewöhnt und habe daher seit einem dreiviertel Jahr keinen Kaffee mehr getrunken. Sport hilft mir einfach besser, meinen Kreislauf anzuregen.
    Ich finde Kaffee ist kritisch zu sehen, wenn man abhängig wird. Denn das kann doch ganz schön nerven… immer nach einer gewissen Zeit einen Kaffee auftreiben zu müssen. Hin und wieder eine Tasse fänd ich aber in Ordnung.
    Liebe Grüße

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    1. Oh ja, das kenne ich. Leider bin ich selbst wieder „rückfällig“ geworden und diese Abhängigkeit nervt mich! Dabei hatte auch ich vor gut nem Jahr diese „Sucht“ so gut wie besiegt (mit entsprechenden Entzugserscheinungen)…
      Wenn man davon nicht abhängig ist, stimme ich dir zu, find ich Kaffee auch ok.
      Liebe Grüße

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  2. Liebe Alina,
    das mit der Kaffeesucht kenn ich auch…
    Ich habe vor ca. 15 Jahre gelesen, dass Kaffeekonsum zu mehr Blasenkrebs führen kann. Umso überraschter war ich, dass jetzt immer von Kaffee als Krebsschutz lese… da habe ich natürlich etwas geforscht, es soll wirklich so sein, dass erhöhter Kaffeekonsum Blasenkrebs fördert.
    Dass Kaffee wirklich gesund ist, bezweifle ich ja, aber ein Genussmittel ist es definitiv 🙂
    LG Ottilie

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    1. Liebe Ottilie,
      Danke für deinen Beitrag!
      Krebs ist ja nicht gleich Krebs.
      Dass Kaffee Blasenkrebs fördert wurde mittlerweile widerlegt. Stattdessen soll er sogar vor Darmkrebs schützen.
      Gesundheitlich bedenklich sehe ich eher die anderen bereits erwähnten Aspekte.

      LG, Alina

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